
Ergotherapie - ein besonderer Beruf
Im Unterschied zu anderen therapeutischen oder heilenden Berufen interessieren sich Ergotherapeuten dafür, wie ein gesundheitlich beeinträchtigter Mensch wieder im Alltag zurecht kommt.
Dabei muss ein Therapeut ganz individuell auf jeden Patienten oder Hilfesuchenden eingehen. Er muss dessen individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten gut kennen. Aber auch die speziellen Probleme, die dazu führen, dass ein Mensch nicht mehr so handeln kann, wie er selbst es wünscht oder sein Umfeld es von ihm erwartet, müssen genau erkannt werden.
Tätigkeiten aus dem häuslichen und handwerklichen Bereich, viele Formen berufsnaher Tätigkeiten oder das Spiel setzen Ergotherapeuten ganz gezielt ein, um schrittweise Fähigkeiten (wieder) zu erlangen und sie verändern seine äußeren Bedingungen, wo es möglich ist so, dass er wieder weitestgehend eigenständig zurecht kommt und seinen Interessen nachgehen kann.
Was für Laien oft sehr einfach aussieht, z.B. das Zubereiten eines Kartoffelsalates mit einem Schlaganfall-Betroffenen oder die Entwicklungsförderung bei Kindern ist für Therapeut und Patient eine komplexe Angelegenheit, bei der viele körperliche, aber auch planerische Fähigkeiten wiedererlernt werden können und nicht zuletzt für den Patienten neue Hoffnung und Zuversicht entsteht.
Die Anforderungen durch Tätigkeiten werden im Therapieverlauf immer an den Patienten angepasst, so dass jede einzelne Therapiesituation gut vorbereitet sein will. Dazu braucht der Ergotherapeut gutes Fachwissen, aber auch therapeutische Kompetenz. Und ganz wichtig: Für eine solche Zusammenarbeit ist eine gute, offene und einfühlsame Beziehung notwendig, in der der Therapeut das richtige Maß von Nähe und Distanziertheit genau herzustellen weiß.
Da Ergotherapeuten kein “Schema F “ anwenden, müssen sie in der Lage sein, sich flexibel und schnell und mit viel Gespür auf das Gegenüber, mit seiner Persönlichkeit, seinem Umfeld und seiner Erkrankung einzustellen. Ebenso müssen sie mit anderen Berufsgruppen und Angehörigen zusammenarbeiten – kurz: sie brauchen die für die ergotherapeutische Arbeit notwendigen Schlüsselqualifikationen.